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Die Amtseinführung eines neuen Papstes - früher Krönungszeremonie - ist durch viele Jahrhunderte kirchlicher Tradition geprägt. Immer wieder brachen neue Päpste aber auch mit der Überlieferung. So spiegelt die Zeremonie auch die gewandelte Stellung des Papsttums in der Welt.
30. Juni 1963
Die Einführung von Papst Paul VI. war die letzte klassische Krönungszeremonie im Vatikan. Auf dem prunkvollen Tragthron, der sedia gestatoria, wurde der Papst zum Pontifikalamt auf dem Petersplatz getragen. Mitglieder der Schweizer Garde eskortierten ihn mit Fächern aus Straußenfedern. Ein Prälat brachte die edelsteinbesetzte Tiara, die dreifache Papstkrone, auf einem Seidenkissen. Der ranghöchste Kardinal setzte dem neuen Pontifex maximus die Tiara aufs Haupt mit den Worten: "Empfange die mit drei Kronen geschmückte Tiara und wisse, dass Du der Vater der Fürsten der Könige bist, der Lenker des Erdkreises, der Statthalter unseres Erlösers Jesus Christus". Weil die Krönungsmesse im Gegensatz zu früher vor Hunderttausenden auf dem Petersplatz und nicht im Dom stattfand, sprachen konservative Kirchenkreise damals von einer "Konzession an die Massen".
3. September 1978
Johannes Paul I. brach gleich mit mehreren Jahrhunderte alten Traditionen, als er den Beginn seines Pontifikats feierte. Nach einem Gebet über dem Grab des Heiligen Petrus ließ er sich in einer nur wenige Sekunden dauernden Zeremonie das Pallium umlegen, eine weiße Stola aus Schafswolle mit schwarzen Kreuzen, Zeichen der bischöflichen Würde als Metropolit von Rom. Er verzichtete erstmals seit 1099 auf die Tiara, die dreifache Papstkrone, und auf den Tragsessel. Danach nahm er die Huldigung der Kardinäle entgegen, allerdings ohne jede Geste der Unterwerfung der Würdenträger, sondern im kurzen Wortwechsel mit freundschaftlichem Händedruck. Mit allen Kardinälen tauschte er den Friedenskuss.
22. Oktober 1978
Johannes Paul II. erklärte öffentlich, warum auch er auf die Tiara verzichtete: "Es ist nicht die Zeit, zu einem Ritus zurückzukehren, der ungerechterweise als das Symbol der weltlichen Macht der Päpste angesehen wurde. Unsere Zeit fordert uns auf und verpflichtet uns, demütig und ergeben über das Mysterium der höchsten Macht Christi zu meditieren." Danach forderte er die Gläubigen auf, für ihn zu beten und ihm auf seinem schweren Weg behilflich zu sein. Zum Abschluss der Messe brach er erneut mit der Tradition und kehrte nicht in den Petersdom zurück, sondern wandte sich direkt an die Menschen auf dem Platz. Einfachen Gläubigen und Regierungsvertretern schüttelte er die Hände und führte kurze Gespräche.