Netzwerke sind wichtig geworden. Es gibt sie überall, als Netzwerk für Senioren, als Schülernetzwerk, als Lehrernetzwerk, auch als Netzwerk von Seelsorgenden. Am bekanntesten ist Facebook und inzwischen auf dem Smartphone WhatsApp. Netzwerke sorgen für einen Austausch an Informationen und vermitteln ein Gefühl der Zugehörigkeit. Sie implizieren: das Netzwerk trägt mich oder fängt mich auf.
Vielleicht geht’s ja etwas freundlicher? Das irische Billigflug-Unternehmen Ryanair hat tatsächlich vor einiger Zeit angekündigt, mit seinen Kunden künftig freundlicher umzugehen. Sie wissen schon: Ryanair ist jene Fluggesellschaft, die schnell mal Extragebühren abkassiert, wenn das Handgepäck ein paar Gramm zu schwer ist. Oder bei der man fürs Online-Einchecken zusätzlich zahlen muss – gleichzeitig aber keine Alternative hat. Und deren Management auch immer wieder mal über eine Obolus für die Toilettenbenutzung während des Fluges nachdenkt…
Noch steht der Christbaum bei mir im Wohnzimmer, er nadelt dieses Jahr überhaupt nicht und ist auch sonst noch recht ansehnlich. Der ganze andere Weihnachtsschmuck ist ebenfalls noch aufgebaut – irgendwie fällt es mir immer schwer, mich wieder davon zu trennen. Offiziell ist die Weihnachtszeit zwar schon vorüber, aber das muss ich ja nicht so genau nehmen. Was mag ich so an Weihnachten?
Bunt gekleidet mit goldenen Krönchen auf dem Kopf und dem Stern in der Hand, so sieht man sie in diesen Tagen wieder laufen, von Haus zu Haus, um ihre Segenswünsche an die Türen zu schreiben und um „Gute Gaben“ einzusammeln. In diesem Jahr für die Unterstützung von Flüchtlingskindern in Malawi. Ein schöner Brauch, der noch in vielen Pfarrgemeinden gepflegt wird, wo allermeist nähgewandte Mütter königliche Gewänder und Requisiten zusammenhalten und ausbessern, damit die kleinen Könige in der Nachbarschaft einen ordentlichen Eindruck hinterlassen. Eine Tradition, die lebendig ist und die auch von Menschen angenommen wird, die sonst der Kirche eher kritisch gegenüberstehen.
Jajaja, alle sagen, dass eigentlich Ostern das wichtigste Fest der Christen ist, schon klar, schon klar… Aber Weihnachten ist einfach viel zugänglicher und trägt eine Hoffnung in sich, die jeder verstehen kann. Wo Ostern mit so unhandlichen Konzepten wie „Erlösung“ und „ewiges Leben“ hantiert, da kommt Weihnachten mit einer Hoffnung für alle Menschen: Alles kann gut werden! Menschen können einander in Frieden begegnen!
Das Adventswort der beiden christlichen Kirchen auf dem Hauptmarkt um 17.30 Uhr dauert 90 Sekunden. 90 Sekunden, um im Trubel des Marktes kurze Gedanken zu hören, die dem Leben Tiefe geben. Bis zum Adventswort um 17:30 Uhr vergehen jeden Tag genau 63.000 Sekunden. Die Übermacht der Zeit, die einfach so vergeht, im Vergleich zum Adventswort, ist überwältigend!
Sie horten Waffen, oder üben, wie man sich in einem Loch verkriecht. Einer macht mit seiner Familie immer wieder Urlaub in einem eigens dafür gebauten Haus. Er will, dass sich seine Frau und seine Kinder an die unterirdischen Gänge und die Sicherheitskameras gewöhnen. Menschen, die sich auf den Weltuntergang vorbereiten. Sie nennen sich Prepper und gehören zu einer Bewegung, die es seit fünfzehn Jahren in den USA gibt. Mehr als drei Millionen Amerikaner bezeichnen sich so. Diese Menschen rechnen so sehr mit dem Tag X, an dem Chaos und Anarchie ausbrechen, dass sie ihr ganzes Leben darauf hin ausrichten.
Sie müssen entschuldigen, dass ich Sie jetzt vielleicht aus einer adventlichen Behaglichkeit aufschrecke. Denn das Evangelium vom 1. Adventssonntag schafft Unruhe, wenn es ruft: „Wacht auf!“ So ruft einer, der Gefahr wittert, der einen Dieb kommen sieht, der einen Sturm erwartet. So ruft der Evangelist Matthäus, der seine Gemeinde müde werden sieht vom langen Warten auf den ausbleibenden Herrn. Der Ruf „Seid wachsam“ will uns nicht die Adventsstimmung verderben, er will uns vielmehr in die entscheidende Adventshaltung bringen: in die Wachsamkeit!
Irgendwann ist es genug! Es ist genug mit dem strahlenden Glanz des Erfolges, als ginge es nur darum, zwischen Erfolg und Misserfolg zu unterscheiden. Es ist genug mit der Verlockung nach Lösungen, als gäbe es für alles eine Antwort und ein Konzept. Es ist genug mit der Gier nach Effizienz, um jeder Sekunde eine anscheinend erfüllende Erfahrung abzuringen.
Länger schon wollte ich einen alten Bekannten besuchen. Ich fand ihn immer sehr witzig und bodenständig. Und seine markanten Sprüche sind mir in guter Erinnerung. Doch einige fest geplante Anrufe hatte ich verpasst. Ein ausgemachtes Treffen musste ich verschieben. Und als er mal bei mir vorbeischaute, war ich in einer Besprechung. So gingen die Monate ins Land, und endlich, endlich wollte ich die Sache anpacken. Da erfuhr ich, dass der Mann gestorben war.